Elektronikschloss des Waffenschranks kaputt, was nun?

Defektes Elektronikschloss bei einem Waffenschrank

Wer in Deutschland Waffen besitzt, ist gesetzlich dazu verpflichtet, sie sicher aufzubewahren. Schützenvereine wie private Waffenbesitzer setzen dabei auf zertifizierte Schutzschränke in Form eines Waffenschrankes 0 oder 1 (zweiteres ist die am meisten verwendete Sicherheitsstufe). Diese gibt es zudem, wie auch bei anderen Arten von Tresoren, in Ausführungen mit Elektronikschlössern. Naturgemäß können elektronische Schlösser, im Gegensatz zu mechanischen Zahlenschlössern, ab und an mal den Saft verlieren – das wäre zumindest der wahrscheinlichste Grund für einen Defekt des Waffenschrankes.

In diesem Fall ist die Lösung einfach: Batterie checken. Das sehen wir uns gleich im Detail noch an. Sollten andere Gründe den Defekt verursachen, hilft nur gewaltsames Öffnen, Bohren oder ein Besuch beim Profi.

Batterien des Elektronikschlosses prüfen

Wie oft das tatsächlich passiert, weiß wohl niemand: Da ärgert man sich minuten- und stundenlang darüber, dass eine beliebige Elektronik den Geist aufgegeben hat, bis man schlussendlich draufkommt, dass das Kabel nicht steckt, oder die Batterien leer sind. Wem das einmal passiert ist, der denkt beim nächsten Mal direkt daran, die Stromzufuhr zu überprüfen.

Dabei hat ein Waffenschrank hoffentlich ein außenliegendes Batteriefach, das sich meist unter einer Kunststoffabdeckung versteckt. Die leeren Batterien werden am besten durch leistungsstarke und vor allem ausdauernde Batterien ersetzt.

Lässt dich trotzdem rein: Der Notschlüssel

Ist das Batteriefach hinter der Sicherheitstüre angebracht, die sich ja nun ohne Strom nicht mehr öffnen lässt, haben die Hersteller wahrscheinlich zumindest an ein Notschloss gedacht. Dieses ist auch meistens von einer Kunststoffabdeckung verdeckt und mit dem richtigen Notschlüssel das „Sesam-öffne-dich“ für den Waffenschrank.

Tausche aber die Batterien trotzdem alsbald aus, auch wenn du theoretisch schon auch mit dem Notschlüssel Zugang hast. Er ist, wie gesagt, nur der Notschlüssel.

Im Vergleich dazu ist bei einem herkömmlichen Schlüsseltresor der Schlüssel selbst das Heiligtum. Wenn dieser verloren geht, gibt es weitaus weniger Auswege. Hier jedoch kann – auch wenn der Notfall-Schlüssel verlegt wurde – immer noch auf weitere Alternativen zurückgegriffen werden.

Versuche es mit Notstrom!

Sind weder außenliegendes Batteriefach, noch Notschloss zu finden, hat man bei der Konzipierung des Waffenschranks hoffentlich wenigstens an Kontakte gedacht, wo Notstrom zugeführt werden kann. Die befinden sich meist in der Nähe des Nummernpads, eventuell wiederum unter einer Abdeckung, und werden mit einer Ersatzbatterie not-bestromt. Einfach die Kontakte der Batterie richtig auf die jeweiligen Kontakte halten.

Während du die Batterie weiter dort hältst, kannst du den Code eingeben und den Waffenschrank öffnen. Erst nach dem Öffnen kannst du die Batterie wieder wegnehmen, oder, wenn sie genug Saft hat, gleich als Ersatzbatterie einsetzen. Prüfe aber unbedingt bei geöffneter Tür, ob das Ganze nun auch tatsächlich öffnet und schließt wie gedacht.

Was tun, bevor der Profi den Waffenschrank öffnen muss?

geschulter Fachmann öffnet Tresor

Wenn du zwei linke Hände hast, ist es ratsam, das Aufbohren lieber einem Fachmann zu überlassen.

Als allerletzte Auswege hilft es manchmal, den Safe zu bewegen und zu schütteln. Leicht verklemmte Mechanik wird dann gelockert und öffnet dann hoffentlich wieder. Versuche auch den Griff in beide Richtungen zu drehen. Wenn der Verschluss auf den Öffnungsmagneten drückt, kann das helfen. Ansonsten mit einem Gummihammer leicht um das Schloss schlagen – das sollte denselben, oder besseren Effekt haben, wie das Schütteln.

Mit etwas Know-how und Wissen um das Risiko, kann man auch versuchen auf eigene Faust das Schloss aufzubohren. Das ist aber eigentlich dem Profi unterlassen und kann mitunter teuer ausgehen. Besonders ärgerlich wäre das, wenn im Endeffekt tatsächlich nur die Batterien schuld waren.

Wenn das alles nichts hilft, bleibt nur noch der Anruf beim Profi. Ein professioneller (!) Tresorservice kümmert sich darum, dass der Schrank zerstörungsfrei geöffnet wird – natürlich entstehen dadurch gewisse Kosten – welche aber mit Sicherheit wieder dadurch eingespart werden, da man selbst nichts am Tresor herumwerkelt und so keine versehentlichen Schäden entstehen können.